die Vorsorgeuntersuchungen

U1 & U2 - Erste Untersuchungen

Direkt nach der Geburt werden durch den Geburtshelfer der Zustand und wichtige Funktionen (Atmung, Herzschlag etc.) des Kindes beurteilt, es wird gewogen und gemessen und bekommt das Vitamin K. Dies nennt man die U1.

Bei der U2 sieht zum ersten Mal ein Kinderarzt ihr Kind. Meist geschieht das noch im Krankenhaus durch einen Kollegen aus der Kinderklinik. Bei ambulanten Geburten, oder wenn Sie die Klinik vor dem 3. Tag verlassen, wird die Vorsorgeuntersuchung durch uns durchgeführt. Hier wird das neugeborene Kind sehr gründlich untersucht. Herztöne und Atmung sind genau so wichtig wie die fünf Finger an der Hand - vieles was wir als selbstverständlich an jedem Kind erwarten, ist nicht immer vorhanden. So werden verschiedene schwere, teilweise auch von den Eltern nicht zu sehende Fehlbildungen ausgeschlossen. Hier wird auch der wichtige Stoffwechseltest aus dem Füßchen abgenommen. Manchmal macht dies bereits Ihre Hebamme. Wichtig ist nur, dass die wenigen Tropfen Blut zügig in das Labor kommen, damit wir bei den sehr seltenen Problemen schnell handeln können. Die beiden hagener Geburtskliniken bieten ein Neugeborenenhörscreening an, mit dem bereits wenige Tage nach der Geburt Hörstörungen ausgeschlossen werden können. Hat Ihr Kind kein Screening erhalten ? Kein Problem - wir werden es ambulant mit Hilfe des HNO-Arztes nachholen ! Bei dieser Vorsorge wird erneut Vitamin K gegeben. Ab jetzt sollte ihr Kind täglich eine Tablette mit Vitamin D und Fluorid bekommen.

U3 - Mit einem Monat zum Kinderarzt

Die meisten Eltern gehen mit ihrem Kind, wenn vorher keine Probleme aufgetreten sind, zur U3 zum ersten Mal zu ihrem Kinderarzt. Jetzt lernen sich Eltern, Kind und ihr Kinderarzt kennen. Schön ist, wenn der Vater auch zu diesem Termin mitkommen kann. Viele Fragen zu Trink-/Schlafverhalten, Schreien, Bauchweh etc. haben sich in dem letzten Monat ergeben, für deren Beantwortung wir uns immer die Zeit nehmen. Wieder wird ihr Kind gründlich untersucht und in seiner Entwicklung (Größe, Gewicht, Reflexe, Reaktionen und Bewegungen) beurteilt. Es folgt die letzte Vitamin K Gabe. Eine eventuell anfängliche Gelbsucht sollte verschwunden sein, andernfalls werden wir dies genau im Blut untersuchen. Sie bekommen Informationen über unseren Praxisablauf und unsere Impfempfehlungen, damit sie für die erste Impfung gut informiert sind.

Die Hüftuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der U3. Die empfohlene Ultraschalluntersuchung führen wir direkt im selben Zimmer durch und wissen sofort, ob alles o.k. ist.

U4 - mit 1/4 Jahr

Bei der U4 ist ihr Kind 3-4 Monate alt und hat schon viele Fortschritte gemacht. Körperliche und geistige Entwicklung stehen im Vordergrund dieser Vorsorge. Kann das Kind schon auf dem Bauch die Gegend erkunden, verfolgt es mit den Augen und reagiert auf Lächeln ? Fragen zur Entwicklung und weiteren Ernährung werden besprochen. Bereits mit 2 Monaten hat ihr Kind normalerweise die ersten Impfungen erhalten. 

U5 - mit 1/2 Jahr zur Kontrolle

Jetzt spielt ihr Kind schon mit den Füßen, dreht sich und plappert zunehmend. Auch Spielzeuge sind zunehmend interessanter und nun wird bei der U5 schon richtig mitgeturnt. Bei dieser Vorsorge sind uns Bewegungsmöglichkeiten und Geschicklichkeit, so wie Sehen und Hören besonders wichtig. Eine gründliche körperliche Untersuchung ist auch hier wieder selbstverständlich .Wir führen den ersten Hörtest mit einer Freifeld-Audiometrie sowie eine genaue Untersuchung der Augen durch. Die Impfungen werden vervollständigt, wir besprechen die weitere Entwicklung, Ernährung und erste Unfallvermeidungsmaßnahmen insbesondere für den anstehenden Kauf eines neuen Kindersitzes.

U6 - kurz vor dem ersten Geburtstag

"Nein" ist meist zu dieser Zeit ihr häufigstes Wort geworden. Ihr Kind entwickelt eigenen Willen, lernt fremd und eigen zu unterscheiden, so ist zur U6 das Kind eigenständiger. Häufig wehrt es sich daher gegen die Untersuchung, fängt sich bei den "Turnübungen" schon selber, und ist auf Mutter´s Arm erst wieder richtig zufrieden. Die Kinder krabbeln, ziehen sich hoch und einige laufen schon einige Schritte an der Hand. Auch die Sprache beginnt mit den ersten Worten, wie Papa und Mama. Einige Kinder sind zu dieser Zeit sehr weit, andere etwas langsamer - beides kann völlig normal sein! Ein Vergleich in den Krabbelgruppen zu dieser Zeit verunsichert viele Eltern. Eine objektive Kontrolle in der U6 kann Probleme aufzeigen und ggf. im 2. Lebensjahr die Entwicklung ihres Kindes enger kontrollieren, oder wenn nötig Diagnostik und Förderung einleiten.

U7 - mit 2 Jahren

Nun ist ihr Kind schon ein richtiges Kleinkind. Zur U7 sollten viele Körperfunktionen ausgebildet, bzw. in guter Entwicklung sein. So sprechen die Kinder mehrere Worte und können einige auch schon sinnvoll verbinden. Das Kind versteht Anweisungen, kann konstruktiv spielen, läuft sicher und bereitet den Eltern viel Freude durch seine zunehmenden Ideen. Aber auch in der körperlichen Untersuchung muss alles altersentsprechend ausgebildet sein. Häufig sind hier die Fragen über Schlafrhythmen, Zahnpflege und erneut über gesunde Ernährung, sowie teilweise über Allergien. Die Impfungen sollten jetzt vollständig sein.

U7a - mit 3 Jahren

Bei der relativ neuen Vorsorge U7a erzählen die Kinder oft schon selber. Hier können Sprachauffälligkeiten, Verhaltens- und Erziehungsprobleme erkannt werden. Nach ersten Anzeichen von allergischen Erkrankungen, Fehlernährungen und Übergewicht, sowie Sehstörungen, Fehlhaltungen und Kiefer-/ zahnproblemen wird gesucht. Eine altersangepasste Medienerziehung ist jetzt wichtig. Auch hier fehlt die körperliche/ neurologische Untersuchung nicht.

U8 - mit fast 4 Jahren

Seit der letzten Vorsorge ist nun eine lange Zeit vergangen. Grund genug ihr Kind erneut gründlich zu untersuchen und die Fortschritte in der körperlich seelischen Entwicklung aber auch im Sozialverhalten objektiv zu prüfen. Sollten hier Unterstützungen zur gesunden Entwicklung nötig sein, besprechen wir die Möglichkeiten. Meist erzählen die Kinder noch etwas schüchtern von ihrem Kindergarten, oder was sie gerne machen. Mit etwas Glück und Geschick können wir nun das Sehvermögen einschließlich der dreidimensionalen Sehfähigkeit und das Hörvermögen in verschiedenen Frequenzen sicher bestimmen. Bei Auffälligkeiten messen wir auch die Trommelfellbeweglichkeit und einen zentralen Hörreflex, dies bietet weitere Sicherheit. Jedoch schicken wir bei kleinster bleibender Unsicherheit auch bei dieser Vorsorge zu den entsprechenden Spezialisten weiter.

U9 - vor der Einschulung

Nun ist kommen sie schon fast mit einem Schulkind zur Vorsorge U9. Die meisten Kinder machen gut bei den Hör-, Sprach- und Sehtesten mit und wollen uns zeigen, was sie können. Die Sprache sollte bis auf evtl. ein Lispeln und seltene Grammatikfehler jetzt ausgebildet sein. Förderungen (z.B. Sprachtherapien) werden den Bedürfnissen angepasst, damit das Kind auch das Schreiben richtig lernen kann. Soziale Fähigkeiten werden für ihr Kind zunehmend wichtiger, aber auch die körperliche Verfassung wird erneut untersucht. Meist ist jetzt bereits die erste Auffrischimpfung erforderlich.

Mit dieser Vorsorge beginnt eine lange Zeit, bis die Jugendlichen dann zur nächsten Vorsorge kommen werden. Bei Sorgen, Fragen oder Problemen in der kindlichen Entwicklung sind wir aber weiter auch ausserhalb der Vorsorgen immer für sie und ihre Kinder der Ansprechpartner.

J1 - als Teeny

Da die Jugendlichen verständnissvoller Weise nicht mit den "Baby´s" zusammen genannt werden wollen, haben wir zur Vorsorgeuntersuchung J1 eine eigene Seite erstellt.

Termine

U2: 3.- 10. Lebenstag
U3: 4.- 6. Lebenswoche
U4: 3.- 4. Lebensmonat
U5: 6.- 7. Lebensmonat
U6: 10.- 12. Lebensmonat
U7: 21.- 24. Lebensmonat
U7a: 34.- 36. Lebensmonat
U8: 43.- 48. Lebensmonat
U9: 60.- 64. Lebensmonat
J1: 12.- 15 Lebensjahr

Vitamin K

Das Gerinnungssystem des Neugeborenen braucht dringend Vitamin K, um das Kind zu schützen.
Daher erhalten die Kinder bei U1,U2 und U3 jeweils 2mg Vitamin K, um die Speicher zu füllen. Danach nehmen sie genug über die Nahrung auf.

Vitamin D

Zum gesunden Knochenaufbau braucht der Säugling viel Vitamin D.
Dabei kommt die eine Hälfte des Bedarfes aus der Nahrung, die andere wird mit den Knochentabletten täglich zugeführt. Seit dem ist die "Krankheit der weichen Knochen "(Rachitis) sehr selten geworden.